Ursula  Poznanski: Elanus – Rezension

In dem Roman „Elanus“ von Ursula Poznanski geht es um den siebzehnjährigen Jona Wolfram, der dank seiner ausgeprägten Intelligenz eine Eliteuniversität in Rothenheim besuchen darf. Da er eben noch so jung ist, wird er bei einer Familie, den Helmreichs, dort einquartiert und soll von nun an während seines Studiums bei ihnen wohnen.  Jona ist zwar hochintelligent, doch mangelt es ihm an sozialen Kompetenzen, denn er macht sich bereits an seinem ersten Tag durch sein besserwisserisches Verhalten Feinde.  Jona möchte sich mit dem Direktor der Universität treffen, Dr. Schratter, doch Termine mit diesem werden immer kurzfristig verschoben oder Schratter erscheint erst gar nicht. Zudem erhängt sich wenige Wochen nach seiner Ankunft sein Professor und seine Frau scheint darüber nicht sonderlich zu trauern. Da ihm viele merkwürdige Dinge in der Kleinstadt auffallen, er bei den Helmreichs seltsame Vorgänge beobachtet und weil er viel Begeisterung daran findet, beschließt Jona mit Elanus den Rätseln auf die Spur zu gehen. Elanus ist seine selbst gebaute Drohne, ausgestattet mit einer Kamera und mit der er jeden finden kann, dessen Handynummer er hat. Durch Elanus erlangt er Erkenntnisse, die er nirgends zuordnen kann und beschließt mit seinem neu gewonnenem Freund Pascal dem auf die Schliche zu gehen und bringt sich dabei selbst in Lebensgefahr… 

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wirklich hervorragend. Wer Erebos oder Saeculum schon gelesen hat, wird dies bestätigen können. Sie hat das Talent Spannung zu verbreiten und den Leser dazu zu bringen, dass er mitfiebert. 

Zu Jona. Jona ist noch sehr jung und wird in eine Welt von Erwachsenen geschubst, an eine Universität in einer fremden Stadt. Während des Lesens bekommt man einen sehr guten Eindruck in Jonas Sozialsinn und merkt, dass er sich eigentlich schon für etwas besseres hält. Allerdings wird auch deutlich, dass ihm jede spitze Bemerkung, sobald sie ausgesprochen ist, wirklich leid tut und er diese sofort bereut. Im Laufe des Buches wird auch deutlich, wie sehr er sich wandelt und bessert und es macht Spaß, ihn zu begleiten. Er ist ein unglaublich interessanter Charakter, der nicht nur komplexe Gedankengänge hat, sondern auch logische Schlüsse zieht, die einem als Leser die Schuppen von den Augen fallen lassen. Dass Jona viele Dinge im Buch erkennt bedeutet nicht, dass er die komplette Geschichte voraus sagt, denn das Buch endet komplett anders als ich es mir vorgestellt habe. Wie ich finde unterstreicht diese Tatsache auch wie clever er wirklich ist. 

Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen und ich wollte sie gar nicht aus der Hand legen. Wenn ich keine Zeit zum lesen hatte, habe ich ständig an dieses Buch gedacht, da ich unbedingt wissen wollte wie es jetzt weiter geht. Es gibt kaum Längen, sondern nur Spannung und ein bisschen Action aber man wird auch nicht von Handlungen überschüttet. Ob die Geschichte jetzt wirklich so realistisch ist, darüber lässt sich natürlich streiten. Welcher noch so talentierte siebzehnjährige Junge kann sich eine Hightech-Drohne bauen, ein komplexes Programm dazu programmieren und dann auch noch eine passende Handy-App dazu? Und wie kommt es, dass er in seiner Heimat auch schon Leute mit einer Drohne beschattet hat, es aber niemanden, nicht mal seinen Eltern aufgefallen ist? Natürlich war Jona wirklich sehr vorsichtig, wann und wie er Elanus eingesetzt hat, aber er wurde trotzdem entdeckt.  Aber das ist wirklich mein einziger Kritikpunkt. 

Realistisch hin oder her – es war ein sehr gutes Buch, das ich zwar nicht nochmal lesen werden, mir aber vermutlich sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Es ist, wie ich finde, eine absolute Leseempfehlung!

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