Nnedi Okorafor: Wer fürchtet den Tod – Rezension

– Ein Buch wie kein anderes –

Das Mädchen Onyesonwu hatte kein normales Leben. Sie lebt in einer anderen Welt und doch ist diese Welt wie unsere. Das Volk der Okeke, welche dunkelhäutig sind, wird vom Volk der Nuru unterdrückt, so steht es im Großen Buch und so wird es immer sein. Die Okeke sind die Sklaven der Nuru und leben nur, um die Arbeit der Nuru zu verrichten. Onyesonwu wird in der Wüste geboren und lebt dort sechs Jahre lang mit ihrer Mutter. Sie kennt die Wüste und ihre Eigenschaften, denn die Wüste ist ihre Heimat. Doch Onyesonwus Mutter beschließt mit ihr in eine Stadt zu gehen, damit ihre Tochter eine Schule besuchen kann. So landen die beiden in Jwahir, einer Stadt  im Westen. Dort lernt Onyesonwu auch ihren Papa, den späteren Mann ihrer Mutter kennen und lieben. Doch ihr Leben ist nicht einfach, denn sie ist eine Ewu – sie wurde bei einer Vergewaltigung einer Okeke von einem Nuru gezeugt. Man sieht es ihr an ihrem speziellen Aussehen an, denn ihre Haut ist wie die der Nuru, doch sie hat den Körper einer Okeke. Ewu werden von der Gesellschaft nicht gerne gesehen und sind eher verachtet. Eines Tages kommt allerdings ein zweiter Ewu nach Jwahir, der genau so aussieht wie Onyesonwu. Sein Name ist Mwita und er ist von weit her gereist. Die beiden Ewu-Kinder freunden sich an und Onyesonwu erfährt, dass Mwita ein Zauberer ist. Schon bald stellt sie fest, dass sie auch einige magische Fähigkeiten hat und beschließt, mehr über die Magie der Okeke zu erfahren. Dabei bemerkt Onyesonwu, dass sie von ihrem Vater Daib, dem mächtigsten Zauberer der Nuru, beobachtet wird. Sie wünscht ihm den Tod für das, was er ihrer Mutter angetan hat. Sie und Mwita begeben sich auf eine Reise, die ihr Leben komplett ändern wird und Onyesonwu weiß nie, ob sie ihr Ziel erreichen wird: Sie will Daib umbringen.

Onyesonwu ist eine unglaublich starke Persönlichkeit. Ihr Name bedeutet „Wer fürchtet den Tod“, woher das Buch auch seinen Namen hat. Wie ihr Name auch schon vermuten lässt, ist Onyesonwu furchtlos und eifrig und will sich von nichts und niemandem etwas verbieten lassen. Sie wächst in einer Gesellschaft auf, in der Mädchen weniger Wert sind als Jungen und das ist ihr ein heftiger Dorn im Auge. Sie möchte genau so behandelt werden, wie alle anderen Jungen auch und für sie sind alle Menschen, die nicht einsehen wollen, dass alle Menschen gleich sind, so etwas wie ihr Rivale, den sie bezwingen will und das Gegenteil beweisen will. Gleichzeitig ist Onyesonwu aber auch unglaublich geheimnisvoll und ehrlich. Ich finde sie ist sehr sympathisch und eine gelungene Protagonistin.

Da das Buch wirklich sehr umfassend ist, kann ich den Inhalt gar nicht alles wiedergeben. Ich hoffe ich habe das gröbste zusammen gebracht, ohne dass Verwirrungen aufkommen!

Dieses Buch ist nicht vergleichbar und es fällt mir unglaublich schwer, es in ein Genre einzuordnen. Es ist eine leichte Liebesgeschichte, es geht um Freundschaft, das Buch hat aber auch  starken Fantasy-Charakter, da es sehr viel um Zauberei und Übernatürliches geht. „Wer fürchtet den Tod“ ist kein Buch, dem man einfach so einen Stempel aufdrücken könnte. Es ist so einzigartig und brillant wie kein anderes.

Der Schreibstil von Nnedi Okorafor ist vorallem eins: Schnell. Es gibt kaum Längen in den Buch, da es in der Handlung immer und immer weiter geht, ohne das das Geschehen überhastet wirkt. Sie hat das Talent, übernatürliche und fantastische Situationen mit einer Leichtigkeit zu präsentieren, die man so schnell nicht wieder findet. Außerdem kann die Autorin unglaublich gut beschreiben. Man hat das Gefühl, man sitzt neben Onyesonwu in der Wüste und lauscht dem Wind, wenn Nnedi Okorafor das erzähl. Außerdem hab ich noch nie ein Buch gelesen, das von der Geschichte so kreativ war wie „Wer fürchtet den Tod“. Es gibt so viele Elemente, die ich in noch keinem anderen Film oder Buch gesehen oder gehört habe. Ich muss zugeben, dass der Begriff Eshu sich ein wenig dem Animagus aus Harry Potter ähnelt – mit dem Unterschied, dass Onyesonwu sich in jedes Tier verwandeln kann. Ansonsten hat dieses Buch voller Überraschungen gesteckt und mich unglaublich gut unterhalten.

Was man auf jeden Fall erwähnen muss ist, dass das Buch keine Brutalitäten auslässt. Es wird alles so beschrieben wie es ist, ohne es zu verschönern. Es geht dabei teilweise um Vergewaltigungen und Kriegsszenen, wer also damit nicht beim Lesen so detailliert in Kontakt treten möchte, dem rate ich hiervon ab.

Mich konnte das Buch auf jeden Fall unglaublich toll unterhalten und ich habe es in einer unfassbaren Geschwindigkeit verschlungen. Ich kann es jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem komplett neuem und unvergleichbaren  Fantays-/Science Fiction Roman ist.

Zu guter Letzt: Ist das Cover nicht einfach unglaublich schön?

Meine Bewertung: 10/10

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