Leïla Slimani: Dann schlaf auch du – Rezension

Die jungen Eltern Myriam und Paul sind sehr zufrieden mit ihrer Nanny Louise. Das Paar hat zwei Kinder, Mila und Adam, möchte aber nicht auf die Berufstätigkeit verzichten. Also beschließe sie sich, Louise als Kindermädchen einzustellen. Am Anfang sind die beiden sehr zufrieden mit ihrer Angestellten, da Louise sich nicht nur um die Kinder kümmert, sondern auch den Haushalt der Familie schmeißt. Nach und nach beginnt Louise, sich immer mehr bei der Familie einzunisten und versucht, die Familie abhängig von ihr zu machen. Dabei rückt immer mehr Louises  Einsamkeit in den Vordergrund, denn außer die Kinder hat sie niemanden. Doch schließlich geschah etwas, vor dem Myriam schon immer Angst hatte: Ihre Kinder sterben. Wie es so weit kommen konnte und in wie weit Louise an den beiden Todesfällen beteiligt ist, erfährt man im Laufe des Buches.

Myriam ist eine sehr ehrgeizige Anwältin, der es sichtlich schlecht dabei geht, ihre Freunde und ehemaligen Kollegen beim Karriere machen zu beobachten und selbst sitzt sie nur zu Hause herum und kümmert sich um ihre Kinder. Sie ist mehr als erleichter, als Paul und sie sich dazu entschließen, ein Kindermädchen zu engagieren, da sie es oft auch nicht leicht mit ihrer Tochter Mila hat, die in vielen Sachen ihren ganz eigenen Kopf hat.

Paul arbeitet in der Musikbranche und wäre gerne an Myriams stelle, die am Anfang die Kinder Tag und Nacht um sich hat, während er auf die Arbeit geht. Während Myriam sich gegen Louise stellt, verteidigt Paul das Kindermädchen. Wenn Paul etwas gegen Louis hat, verteidigt Myriam die Frau. Trotzdem finden die beiden einen Weg, sich gut und harmonisch abzusprechen.

Louise ist von allen verlassen. Ihr Mann, Jaques, ist tod. Ihre Tochter Stephanie ist abgehauen. Und sonst hat sie niemanden. Ihr Mann hat ihr nur Schulden hinterlassen und sie führt ein tristes Leben ohne viel aufregendes. Als sie feststellt, dass Myriam und Paul vorhaben, sie zu entlassen, hält sie dem Druck nicht mehr stand.

Die Geschichte, die in „Dann schlaf auch du“ beschrieben wird, wird eher gemächlich beschrieben. Es gibt nicht viele aufregende Szenen und das meiste passiert auf psychologischer Ebene. So merkt man Kapitel für Kapitel, dass mit Louise etwas schlief läuft, doch da man das Ende schon weiß, ist die Verzweiflung, das Geschehen aufhalten zu wollen, riesengroß.

Das Buch hat mir gut gefallen und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Für knapp 230 Seiten ist der Preis für das Buch etwas hoch, aber man bekommt eine interessante Geschichte, die ich sonst noch nirgends entdecken konnte. Auch der Schreibstil der Autorin war gut und verständlich. Slimani kann Dinge schön umschreiben und umschmücken, kommt aber trotzdem gut zum Punkt. Aber ich fand es schade, dass man nicht genau etwas zum Tod der Kinder erfahren hat. Es wurde einfach nur gesagt, dass sie Tod sind und weiter nichts. Auch über Paul und Myriam wurde danach kein Wort mehr verloren, als würde es die beiden gar nichts angehen, was den Kindern zugestoßen ist. Ich habe das Buch zwar gemocht, allerdings hat mich das Ende wirklich nicht zufrieden gestellt.

Meine Bewertung: 3/5

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