Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit – Rezension

Nach den beiden Vorgängerbänden „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ können wir nun auch endlich den dritten Teil der Saga, „Das Fundament der Ewigkeit“, in unseren Händen halten.

Um es gleich zu betonen, bei „Das Fundament der Ewigkeit“ handelt es sich nicht um eine Fortsetzung der beiden anderen Bücher der Kingsbridge-Saga, sondern um ein eigenständiges Buch, das in der gleichen fiktiven Stadt Kingsbridge spielt und hin und wieder Andeutungen an die beiden anderen Bücher enthält. Somit dürfte diese Rezension keine Spoiler auf die vorausgehenden Teile beinhalten.

Die Hauptfigur trägt den Namen Ned Willard, der eigentlich  Kaufmann werden sollte, doch seine Pläne werden gekreuzt und er kann sein Leben nicht so verbringen, wie er es gerne möchte. Wie immer wird die Hauptperson von Follett unglaublich toll ausgeschmückt, sodass man bald das Gefühl hat, Ned persönlich zu kennen und nicht nur aus einem Buch.  Willard wohnt mit seiner Familie in Kingsbridge und seine große Liebe ist die hübsche Margery Fitzgerald. Es ist klar, dass er sie und keine andere heiraten wird. Margery liebt ihn auch, trotzdem entscheidet sie sich unter dem Druck ihrer Eltern für einen anderen Mann.
Aus Verzweiflung schließt sich Ned dem Gefolge der Königin an und wird von nun an Elisabeth Tudors treuester Begleiter.
Ken Follett lässt uns in verschiedene Familien und Länder blicken. England, Frankreich, Spanien und Holland. Immer gibt es Reibungspunkte, aber auch viele Gemeinsamkeiten.
Der Glauben spaltet Familien und entzweit Freunde. Katholiken und Protestanten kämpfen gegeneinander. Lange Zeit ist offiziell Ruhe, doch hinter den Fassaden brodelt es weiter.
Verschwörungen, Attentate, Folterungen und das alles geschieht im Namen Gottes.

Elisabeth Tudor ist Protestantin und zuerst recht tolerant den Andersgläubigen gegenüber, ihre Cousine Maria Stuart dagegen ist strenge Katholikin, beide Frauen kämpfen um den Thron Englands.
Geschickt hat der Autor fiktive Charaktere mit reellen Personen und wahren historischen Ereignissen verknüpft. Er lässt den Leser mitfiebern, ob die Spione, Intriganten und Heuchler durchkommen. Ganz besonders erschütternd fand ich die Beschreibung des Massakers in der Bartholomäusnacht in Paris, das schreckliche Abschlachten der Protestanten.

Die Geschichte zieht sich über viele Jahrzehnte und immer wieder trifft Ned zwischendurch auf Margery, die noch verheiratet ist. An ihrer Liebe zueinander hat sich nichts geändert, obwohl auch hier der unterschiedliche Glauben eine Rolle spielt.

Der Autor nimmt sich, wie in allen Büchern, die ich bis jetzt von ihm gelesen habe, viel Zeit um das Setting und die Personen zu beschreiben. Damit schafft er mittelalterliche und frühneuzeitliche Kulissen, wie nur er es kann, so detailliert und man bekommt große Lust, mal in das 16. Jahrhundert, in dem das Buch ja tatsächlich spielt, zurück zu reisen und alles auf eigene Faust zu erkunden. Es werden außerdem schaurige und hinterhältige Figuren vorgestellt, die an der Haupthandlung nicht gerade unbeteiligt sind.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Da ich die vorherigen Teile erst Anfang 2017 gelesen habe, hatte ich nicht so viel Zeit um Erwartungen an Follett zu stellen, wie es Leser vielleicht taten, die schon seit 10 Jahren auf eine Fortsetzung warten. Meiner Meinung nach hat Ken Follett ein hervorragendes Buch präsentiert, das einen Zeitgeist darstellt, von dem viele vielleicht gar keine Ahnung haben. Man ließt dieses Buch und lernt dabei und es ist mehr als fantastisch, diese Dinge von Ken Follett gelehrt zu werde!

Meine Bewertung: 4/5

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