Stefan Bachmann: Palast der Finsternis – Rezension

Anouk und vier andere Jugendliche werden für ein Projekt der reichen Familie Sapani engagiert. Die fünf Teenager sollen einen unterirdischen Palast erkunden, den vorher noch nie jemand betreten hat und der zur Zeit der Revolution 1789 von einem reichen Adligen erbaut wurde. Der Erbauer, Frédéric du Bessancourt wollte seine Familie in diesen Palast retten, falls es zu einer Katastrophe kommen sollte. Diese ist dann auch mit der Revolution eingetreten.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen begleitet man als Leser die junge Adlige Aurélie du Bessancourt, die mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in einem Palast wohnt. Sie ist die älteste der Töchter und bekommt mit, wie der Vater den Palast im Untergrund erbauen lässt. Eines Tages wird Aurélies Mutter von ihrem Vater nach unten in den Palast du Papillon, den Schmetterlingspalast, eingeladen. Doch als sie wieder zurück kehrt, ist sie nicht mehr die gleiche und weigert sich strikt, noch einmal in diesen Palast hinab zu steigen. Sie hat so große Angst davor, dort hinunter zu gehen, dass sie sich lieber in die Hände der aufständischen Bauern begibt. Aurélie wundert sich über das Verhalten ihrer Mutter, doch spürt am eigenen Leib, was es bedeutet, im Palais du Papillon eingesperrt zu sein. Während ihrer Zeit im Palast merkt sie immer mehr, dass ihr Vater völlig verrückt ist und dass sie und ihre Schwestern fliehen müssen, um dem ganzen unheilvollem Schauspiel zu entgehen, das sich ihnen 30 Meter unter der Erde bietet…

Zum anderen begleitet man auch die junge Anouk, die eine sehr pessimistische, äußerst kluge und schlecht gelaunte Protagonistin darstellt. Sie wird vom Autor vermutlich bewusst so unleidlich dargestellt, bis man hinter ihre Vergangenheit kommt und ein wenig Mitleid für sie hat. Jedenfalls werden die fünf Jugendlichen von der Familie Sapani eingeladen und gefördert. Doch die Truppe stellt bald fest, dass sich die Ereignisse nicht in logische Zusammenhänge bringen lassen, denn sie sind eigentlich nur eins: Eine wild zusammengewürfelte Gruppe. Auch das Verhalten ihrer Gastgeber kommt ihnen seltsam vor und als die Teenager dann nach dem Abendessen eine komische Tablette zu sich nehmen wollen, wird nur Anouk stutzig. Sie wird gezwungen, das Medikament einzunehmen und findet sich kurze Zeit später mit den anderen auf dem Boden eines Raumes, der völlig in Spiegel eingekleidet ist, wieder.  Sie wacht in Panik auf und versucht alle zu wecken, nur Hayden kann sie nicht aufwecken und so beobachten die anderen vier, wie dieser von einer Assistentin  ermordet wird. In Panik retten sich die übrig gebliebenen in den unterirdischen Palast und stellen fest, dass sie belogen wurden. Der Palast war gar nicht über Jahrhunderte versiegelt und es befindet sich neuste Technik in seinem Inneren.  Dort gibt es tödliche Fallen und eine Kraft, von der die Jugendlichen noch nie etwas gespürt haben. In panischer Angst um ihr Leben beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und es werden uralte Geheimnisse aufgedeckt, von denen weder Anouk noch jemand anderes aus der Gruppe je dachte, dass es solche Dinge gäbe…

Stefan Bachmann hat das unglaubliche Talent, Spannung aufzubauen und vor allem sie auch zu halten. Man hat mit Anouk und den anderen mitgefiebert und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Was mir weniger gefallen hat waren die etwas skurrilen Fallen, die im Palast versteckt waren. Auch die Auflösung, wieso das ganze Theater veranstaltet wurde, war meiner Meinung nach vielleicht ein bisschen zu fantasievoll. Aber im Großen und Ganzen war dieses Buch echt Top und ich kann es nur weiter empfehlen!

Meine Bewertung: 4,5/5

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